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Charakteristik: tiefe Granat- und Rubinrottönung mit schöner Dichte, sinnliches Boquet von schwarzen Kirschen, Brombeeren und Pflaumen. Anklänge von Schokolade und Zimt kommen hinzu. Feine Eichennote, begleitet von Aromen die Appetit auf gebratene Pilze und schwarze Oliven machen. Vielschichtige Frucht mit weicher Struktur und feingliedriger Burgundersäure. Die samtigen und sensiblen Tannine bescheren einen langen und nachhaltigen Abgang.
Auszeichnungen: - ***** (5 Sterne) in Michael Cooper`s Wine Buyers Guide 2006
- ***** (5 Sterne) im Winestate Magazine
- 93 Punkte
im Australia's Wine Business Magazine
- **** (4 Sterne) im Gourmet Traveller Magazine
Wein: Dieser exzellente Pinot ist nach traditionellen Burgunder-Methoden hergestellt. Die Trauben sind handverlesen und nur die besten wurden verwendet. Zwölf Monate Reife in handgefertigten französischen Barriques geben diesem Wein sein unverkennbares Profil.
Klassischer, anspruchsvoller Neuseeland-Pinot-Noir, wie er in Europa nirgendwo wachsen könnte.
Jetzt schon exzellent mit enormem Lagerpotenzial. Passt zu:
Wild, Rind, kräftiger Pasta, kräftigen Käsesorten. Der Pinot Noir Über
Pinot Noir (kurz: Pinot) wird sehr viel gesprochen, dafür wie auch
dagegen. Man kann sagen, dass Pinot die kontroverseste aller Rebsorten
ist. Und das hat vielerlei Gründe. Denn Pinot hat auf der einen Seite
wahre Verehrer, die bereit sind, Spitzenpreise für eine gute Flasche
dieses Weines zu zahlen. Auf der anderen Seite aber stehen die
Kritiker, die im Pinot nicht einmal einen richtigen Rotwein erkennen
wollen. Wenn man aber den Markt sprechen lassen will, dann kann man ganz einfach
sagen: Pinots sind die teuersten aller Weine. Einen Grund wird das ja
haben, denn wer sollte bis zu 18.000 € für eine Flasche neuen Jahrgangs
eines Romanée-Conti bezahlen, wenn er den Wein nicht hoch schätzen
würde?
Ursprünglich stammt die Pinot-Rebe aus dem Burgund, weswegen
sie in deutschsprachigen Regionen auch als Spätoder Blauburgunder
bezeichnet wird. Sie ist eine sehr alte Kulturpflanze, deren wirkliche
Herkunft letztendlich noch immer nicht gesichert ist – vermutlich
stammt sie direkt von Wildreben ab, die wahrscheinlich von griechischen
oder phönizischen Händlern nach Frankreich gebracht wurden.
Eigentlich
ist die Pinot Noir-Rebe der Albtraum des Winzers. Aufgrund ihrer dünnen
Schalen und dem ungünstigen Wachstumszyklus, die sie anfällig für
Krankheiten und Klimaschwankungen machen, gilt diese Rebe als wahre
Herausforderung für den Weinbauer. Und auch im Weinkeller muss man
Meisterleistungen vollbringen, damit der Wein eine dunkle Farbe erhält
und seine diffizile Komplexität entfalten kann. Vielleicht ist auch das
einer der Gründe, warum sich die Önologen so gerne an diesem Wein
versuchen.
Um gute Ergebnisse zu erzielen zu können, benötigt
diese Traube zwar reichlich Sonne, aber auf keinen Fall hohe
Temperaturen, die die Farbpigmente und etliche der fragilen Aromen
zerstören. Außerdem sollte der Boden möglichst kalkhaltig sein. Und
eben diese Bedingungen herrschen in nur ganz wenigen Regionen der Welt
vor. Neben Burgund ist das noch in Oregon oder in Nord-Kalifornien
gegeben. Und eben in allen südlichen Regionen Neuseelands. Wie kaum
eine andere Weinnation bietet Neuseeland optimale Voraussetzungen, um
Pinot Noir auf Weltklasseniveau erzeugen zu können.
Und da ist
sie wieder, die Kontroverse. Denn die Voraussetzungen für guten Wein zu
haben, heißt ja noch lange nicht, auch wirklich guten Wein
herzustellen. Und so gibt es Stimmen, die immer noch sagen,
neuseeländische Pinots seien fürchterlich überpreist. Allerdings mehren
sich auch die Stimmen, die den wahren Wert dieser Weine zu schätzen
wissen. Und mit einem Seitenblick nach Frankreich muss man sagen, dass
Neuseeland wahre Schnäppchen bietet, nämlich durchaus einige Rotweine
von Weltniveau, die sich auch hinter den besten Burgundern nicht zu
verstecken brauchen – und die ja selbst auch genauso im Kreuzfeuer der
Kritik stehen, übrigens schon seit Jahrhunderten.
Vielleicht
sagen wir es deutlich: Über Wein wird manchmal zu viel geredet, dabei
sollte er doch manchmal besser schweigend genossen werden.
Interessanterweise hat Neuseeland viele Regionen, in denen
sich grandiose Pinots gewinnen lassen. Grundsätzlich sind alle Regionen
mit viel Sonne und gleichzeitiger Kühle geeignet. Das wären Regionen um
Martinborough und südlich davon. Und tatsächlich ist es fast müßig,
diese Regionen gegeneinander zu bewerten, denn alle haben ihren eigenen
Charakter – ihr eigenes Terroir –, aber auf höchstem Niveau.
Neuseeland bietet beste Voraussetzungen
In
Martinborough beispielsweise haben die Hersteller Ata Rangi,
Martinborough Vineyards, Palliser Estate und Te Kairanga längst schon
auch international für ihre Pinots Renommee erlangt. Nachdem die
eigentlichen Martinborough Terraces aber bereits vollständig mit Wein
angebaut sind, weicht man mehr und mehr in die weiter südöstlich
gelegenen Täler oder ins etwas höher gelegene Wairarapa aus.
Allerdings
hat die Region ein signifikantes klimatisches Problem mit
Frühjahrsfrösten. Bei jedem Frostalarm, kann man hier ein
beeindruckendes Schauspiel erleben: In den frühen Morgenstunden rücken
dutzende Helikopter von überall her aus und fliegen tief über die
Weingärten, um mit ihren Rotoren die wärmere Luft aus höheren
Luftschichten nach unten zu drücken und den Bodenfrost damit zu
vertreiben. Martinborough hat mittlerweile auch die höchste Dichte an
sogenannten Windmaschinen, die denselben Effekt haben sollen, jedoch
zum Scheitern verurteilt sind, sobald die kalte Luftschicht insgesamt
dicker ist als die Maschinen hoch sind. Und so gibt es jedes Jahr aufs
Neue ein banges Warten ob und wann der Frost kommt. Nicht wenige Winzer
sind bereits durch Frostschaden in mehreren Jahren hintereinander zum
Aufgeben gezwungen worden.
In Marlborough ist die klimatische
Lage vielleicht nicht ganz so kritisch, aber trotzdem ist man im
Frühjahr sehr wachsam. Hier ist die Liste an Topherstellern fast endlos
und hier wird auch der meiste Pinot Noir Neuseelands produziert.
Neuseelands größter Hersteller, die zur französischen Pernod Ricard
Gruppe gehörende „Montana Wines“, hat hier riesige Anbauflächen an
Pinot Noir gepflanzt und ist damit auch weltweit der größte
Hersteller für diese Rebsorte. Allerdings endet der größte Teil davon
nicht als Rotwein, sondern in Form von Methode Traditionelle als
„Lindauer“, also als Schaumwein. Der qualitativ herausragende
Hersteller in dieser Region ist wahrscheinlich die Schweizer
Fromm-Familie, die sich ganz auf die Rotweinherstellung in dieser
Region konzentriert und mit dem La Strada oder dem Fromm’s Vineyard
Pinot alljährlich und zuverlässig einen der ganz großen Pinots auf den
Markt bringt.
Auch in der benachbarten Nelson Region, die zu
unrecht immer im Schatten Marlboroughs steht, gibt es grandiosen Pinot
Noir, wie beispielsweise Neudorf mit seinem Moutere beweist, der in
Neuseeland als einer der wenigen den „super classic“ Status besitzt.
Die klimatischen Voraussetzungen sind mit denen des Marlborough nahezu
identisch, die Böden sind vielleicht ein wenig von anderer
mineralischer Komposition, was den Weinen eine gute Struktur und das
gewisse Etwas verleiht.
In der an der südlicheren Ostküste
gelegenen Canterbury Region rund um Christchurch tut sich besonders die
Unterregion Waipara hervor. Eigentlich sollte die Region auf Riesling
spezialisiert sein, allerdings zählen beispielsweise die Pinots von
Pegasus Bay zur Weltelite und auch Muddy Water ist nicht weit davon
entfernt. Das Mikroklima, das durch die Einbettung zwischen zwei
Bergketten entsteht, ist nahezu ideal: es schützt vor der Kälte wie
auch vor den starken Regenfällen, die von Westen her kommen und vorher
abregnen, sodass man hier künstlich bewässeren kann: Dies ist der Idealfall für einen Pinot-Winzer, der damit die Wasserzugabe für jede Rebe perfekt steuern kann.
Central Otago – „Home of the Pinot“
Eine
Sonderstellung nimmt die Region Central Otago ein. Nicht nur, dass man
hier eine der beeindruckendsten Landschaften Neuseelands vorfindet, die
Region ist auch die einzige, die man als kontinental bezeichnen könnte.
Schroffe Ebenen sind eingebettet in hohe, schützende Gebirgsketten.
Diese Region bezeichnet sich als die südlichste Weinregion der Welt und
als „New Zealand’s Home of the Pinot“. Tatsächlich hat man sich hier
weitgehend auf Pinot Noir spezialisiert und erzielt hervorragende
Ergebnisse. Hier ist beispielsweise „Felton Road“ zu Hause, die
vollständig auf biodynamischen Anbau umgestellt haben. Felton Roads
Pinots werden in mehr als der Hälfte aller drei Sternerestaurants der
Welt gereicht und sind damit Botschafter dessen, was aus dieser Region
noch zu erwarten ist. Einige andere Hersteller wie Wild Earth, Rippon
Vineyard und Chard Farm haben weltweit bereits mehr als nur
Achtungserfolge erzielt, ja mit der London International Wine Show und
anderen Weinvergleichen die größten internationalen Verkostungen
gewonnen (wo allerdings die Grand Crû Hersteller aus Frankreich in der
Regel nicht antreten, aus welchen Gründen auch immer). Einige
Wagemutige sprechen mittlerweile von Central Otago als vielleicht die
zukünftig beste Pinot Noir-Region der Welt, was aber wie immer in einer
aufgeregten Pro- und Contradiskussion münden wird. Das Potenzial ist
jedenfalls einzigartig, auch wenn nicht jeder Hersteller bereits das
Optimum erzielt hat oder unbedingt den Spitzenpreis wert ist, den er
verlangt. Ein wenig zu oft orientiert sich die Preisfindung für einen
Wein an dem, was der renommierte Nachbar vielleicht gerade verlangt.
Aber mit der Zeit wird sich die Spreu vom Weizen trennen.
Der
Anfang des Weinbaus in Central Otago war allerdings steinig, auch wenn
er vergleichsweise weit – sogar bis ins 19. Jahrhundert – zurückreicht.
Für lange Zeit hielt man diese Region als zu kalt für vernünftigen
Weinbau. Schon in den 70er Jahren des 20. Jahrhundert wagte man sich an
den Pinot Noir, allerdings standen zu dieser Zeit noch nicht die
geeigneten Pflanzen-Klone für die Region zur Verfügung. Und als man
auch noch die Reblaus aus den USA einführte, sah es einige Zeit sehr
schlecht für den kommerziellen Weinbau in Central Otago aus. Die
Einführung der passenden Pflanzen auf veredelten Wurzelstöcken in den
1990er-Jahren führte schließlich zum Durchbruch und zu einem typisch
neuseeländischen Boom, der trotz aller Kritik weltweit Aufmerksamkeit
erregt und wahrscheinlich den Grundstein für die zweite neuseeländische
Kultrebsorte nach Sauvignon Blanc darstellt.
Mittlerweile nimmt
Pinot Noir fast 17 Prozent der Rebfläche Neuseelands ein (nur ca. 12
Prozent im Jahr 2000). Damit ist diese Rebsorte die Nummer 2 nach
Anbaufläche. Beim Ertrag muss sie sich aber noch dem Chardonnay
geschlagen geben, der ungleich ertragreicher je Hektar ist. Seit dem
Jahr 2001 hat sich der Anbau von Pinot Noir fast verdreifacht. Ob
die Tendenz allerdings so weiter geht, steht noch in den Sternen, denn
nach wie vor gilt der Anbau von Pinot trotz hoher Preise als nicht
sonderlich rentabel. Der derzeitige Pinot Noir-Boom hat zumindest
geholfen.
Text: Florian Berger
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