Weinbau-Geschichte
Der englische Seefahrer James Cook nahm 1769 das aus zwei Hauptinseln bestehende Land für seine Heimat in Besitz. Mit den ersten Reben, die der anglikanische Missionar Samuel Marsden 1819 aus Australien mitbrachte und bei Kerikeri an der Nordostküste der Nordinsel pflanzte, begann die Weinbaugeschichte Neuseelands. James Busby, der bereits den australischen Weinbau begründet hatte, legte nicht weit entfernt davon bei Waitangi einen Weinberg an und erzeugte erste nennenswerte Poduktionsmengen. Das Weinbaugebiet rund um Auckland wurde von Einwanderern aus Dalmatien geschaffen, auch heute noch sind kroatische Familien ein fester Bestandteil des neuseeländischen Weinbaus.
1876 wurde der echte Mehltau und 1895 die Reblaus eingeschleppt – danach wurden vor allem reblausresistente Hybriden angepflanzt. Noch 1960 war die häufigste Rebsorte die rote Isabella (hier Albany Surprise genannt). 1919 scheiterte eine Volksabstimmung über das Verkaufs-Verbot alkoholischer Getränke knapp – Neuseeland entging der Prohibition und ihrer Folgen.
Auf den internationalen Weinkarten ist das südlichste Weinland der Welt erst 1980 aufgetaucht und erlebt seither einen kometenhaften Aufstieg. Zwischen dem nördlichsten und dem südlichsten Anbaugebiet dieses Landes liegen 1.500 Kilometer. Das kaltmaritime Klima, die oft kieshaltigen Böden und die hohen Niederschlagsmengen bieten hier gute Voraussetzungen für den Anbau von überwiegend Sauvignon Blanc, Chardonnay und Pinot Noir. Aufgrund der feuchten Witterung ist die Laubarbeit mit der wichtigste Faktor für den qualitätsorientierten Weinanbau auf dem Inselstaat. Auf der wärmeren Nordinsel werden hauptsächlich Chardonnay, Müller-Thurgau und in geringerem Maße auch rote Sorten wie Cabernet Sauvignon, Merlot und Pinot Noir angebaut.
Auf der kühleren Südinsel, dominiert Sauvignon Blanc. Das bekannteste Anbaugebiet Neuseelands ist inzwischen Marlborough auf der Südinsel. Sein Aushängeschild ist eben dieser erfrischende Sauvignon Blanc, der mit einer Aromenvielfalt von Stachelbeere bis grüner Paprika etliche Liebhaber gefunden hat.
Mittlerweile haben die Weine eine Qualität erreicht, die sie den Status des Geheimtips vergessen lassen. Immer mehr Weinkenner in aller Welt entdecken die „sauber und grün“ produzierten neuseeländischen Weine. |